Roger Federer: Der große Kampf gegen Rafael Nadal
2008-2010: Nadal setzt sich vor Federer an die Spitze der Weltrangliste
Nachdem Federer beim Masters-Turnier in Cincinnati bereits im Achtelfinale ausschied, war klar, dass er nach 237 Wochen auf Position eins der Weltrangliste von Rafael Nadal abgelöst werden würde. Als Trost blieb King Roger die Olympische Goldmedaille, die er sich so sehr gewünscht hatte: Zwar unterlag er im Einzel im Viertelfinale James Blake, doch im Doppel gewann er an der Seite seines Partners Stanislas Wawrinka das Finale gegen die Schweden Simon Aspelin und Thomas Johansson. In der Folge gewann Federer endlich auch wieder ein Grand-Slam Turnier: Die US Open wurden zu einer sicheren Beute; im Finale besiegte Federer den Schotten Andy Murray in 3 Sätzen und gewann das Turnier damit zum fünften Mal in Serie.Leider konnte Federer den Schwung nicht mit in den Tennis Masters Cup mitnehmen: Andy Murray nahm dort erfolgreich Revanche für seine Niederlage bei den US Open, so dass Federer erstmals seit 7 Jahren nicht ins Halbfinale vordringen konnte, sondern in der Gruppenphase ausschied. Dennoch belegte Federer am Ende dieses für ihn so durchwachsen verlaufenen Jahres den 2. Platz der ATP-Weltrangliste.
2009 begann "im Trend" des Vorjahres: Federer erreichte das Finale der Australian Open, wurde dort jedoch ein weiteres Mal von Rafael Nadal in fünf hart umkämpften Sätzen bezwungen.Zu Beginn der Sandplatzsaison konnte Federer lediglich einmal in Rom das Halbfinale erreichen; bei anderen Turnieren schied er noch früher aus. Erst in Madrid feierte Federer seinen ersten Turniersieg der Saison und seit über 7 Monaten, wobei ihm die Genugtuung blieb, den Weltranglistenersten Rafael Nadal in 2 Sätzen (und auf Sand!) im Finale besiegt zu haben.
Doch das Jahr hatte noch eine weitere Überraschung für Federer bereit: Endlich gelang ihm der ersehnte Sieg in Roland Garros! Im Finale bezwang er dort den Schweden Robin Söderling, der zuvor im Halbfinale sensationell Rafael Nadal ausgeschaltet hatte. Damit egalisierte Federer den Rekord von Pete Sampras mit 14 Grand-Slam Titeln.
In Wimbledon 2009 erreichte Federer bereits zum siebten Mal in Folge das Finale, was ebenfalls einen Rekord darstellte. Er verlor im Laufe des Turniers nur einen einzigen Satz und traf im FInale auf Andy Roddick. Das Spiel sollte in die Tennis-Geschichte eingehen, denn es wurde zu einem der längsten Finals der Grand-Slam Historie mit dem besseren Ende für Roger Federer, der am Ende mit 5:7, 7:6, 7:6, 3:6 und 16:14 gewann. Da Nadal aufgrund einer Verletzung nicht an Wimbledon teilnehmen konnte, eroberte Federer damit auch gleichzeitig die Position 1 der Weltrangliste nach 46 Wochen "Abstinenz" von dem Spanier zurück.
Damit startete Federer auch als Nummer 1 der Setzliste in die US Open in Flushing Meadows, wo er das Finale erreichte, dort jedoch gegen den bei diesem Turnier wie entfesselt aufspielenden Argentinier Juan Martín del Potro in fünf Sätzen unterlag. Nachdem er beim Masters Cup im Halbfinale gegen den späteren Sieger Nikolay Davydenko ausschied, beendete Federer dennoch die Saison als Nummer 1 der Welt: Zum insgesamt fünften Mal in seiner Karriere.
Das Jahr 2010 begann für Roger Federer mit dem Sieg bei den Australian Open in Melbourne, wo er im Finale den Schotten Andy Murray in drei Sätzen 6:3, 6:4 und 7:6 (13:11) bezwang. Danach zwang ihn eine Lungenentzündung zu einer längeren Pause und der Absage mehrerer Turniere. Erst beim Indian Wells Masters war Federer wieder mit von der Partie, scheiterte dort aber in der 3. Runde an Marcos Baghdatis.
Bei den French Open in Paris traf Federer im Viertelfinale erneut auf den Schweden Söderling, den er im Vorjahr noch im Finale bezwungen hatte. Dieses Mal drehte der Schweder jedoch den Spieß um und beendete Federers Serie von 23 Halbfinalteilnahmen bei Grand-Slam-Turnieren in Folge. Da sich Rafael Nadal im Finale später gegen Söderling durchsetzen konnte, übernahm der Spanier im Juni 2010 wieder die Spitzenposition der Weltrangliste.
In Wimbledon kam es für Federer noch dicker: Als Titelverteidiger verlor er im Viertelfinale in 4 Sätzen gegen Tomas Berdych und fiel dafurch sogar auf Position 3 der Weltrangliste zurück, allerdings nicht für lange: Beim Rogers(!) Cup in Toronto erreichte Federer das Finale, das er zwar gegen Andy Murray verlor, doch die damit gewonnenen Weltranglistenpunkte gaben ihm den 2. Platz zurück, den er mit dem Sieg in Cincinnati weiter zementierte.
Allerdings war auch das wieder nicht von Dauer: Als Federer bei den US Open im Halbfinale ausgerechnet Djokovic unterlag, zog der Serbe wieder an ihm vorbei, doch auch dieses Mal schlug "FedEx" schon bald zurück, indem er Djokovic im Halbfinale des Shanghai Masters besiegte und damit wieder auf den 2. Platz vorrückte.
Mit dem Sieg bei den Stockholm Open erreichte Federer eine weitere Bestmarke: Mit seinem 64. Turniersieg schloss er zu Pete Sampras in der ewigen Bestenliste auf und liegt dort nun nur noch hinter Jimmy Connors (109 Turniersiege), Ivan Lendl (94 Erfolge) und John McEnroe (77 Siege) gemeinsam mit dem Amerikaner Sampras auf Platz 4.

