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Roger Federer: Mit großen Schritten nach Wimbledon


2001–2003: Der rasante Aufstieg bis zum ersten Triumph in Wimbledon

Für das Jahr 2001 hatte das Team Federer wieder eine Zielsetzung herausgegeben: In der dritten Profisaison sollte der erste Turniersieg gelingen und in die Top 15 der Welt vorgestoßen werden. Den ersten Teil löste Roger Federer bereits im Februar: Sein drittes ATP-Finale gewann er und damit den Titel von Mailand gegen Julien Boutter. Nachdem er in Paris kurz darauf das Vierteifinale erreicht hatte, war auch Ziel Nr. 2 bewältigt: Als 15. der Weltrangliste schrieb er sich für das Rasenturnier von Wimbledon ein, wo er im Achtelfinale zum ersten Mal in seiner Karriere auf die aktuelle Nummer eins der Welt, den Amerikaner Pete Sampras traf. Das Ergebnis war sensationell: Federer gewann nach hartem Kampf in 5 Sätzen, was gleichzeitig Sampras' eindrucksvolle Siegesserie von 31 Erfolgen in Serie auf dem "Heiligen Rasen" vom Wimbledon beendete. Allerdings hatte die Partie so viel Kraft gekostet, dass Federer in der nächsten Runde gegen Tim Henman unterlag. Darüber hinaus zog sich Federer dabei eine Verletzung an der Leiste zu, die ihn zwang eine mehrwöchige Pause einzulegen.

Roger Federer erringt erste TurniersiegeErst mit Beginn der US Open nahm Roger Federer wieder einen Schläger in die Hand und schaffte es bis ins Achtelfinale, unterlag dort aber Andre Agassi. Zwar erreichte er zum Saisonende abermals das Finale seines Heimturniers in Basel, doch am Ende reichte es nicht für die Top 8 der besten Saisonspieler, was die Teilnahme am Tennis Masters Cup bedeutet hätte. Aber auch so schloss Federer das Jahr auf einem hervorragenden 13. Platz ab.

Anfang 2002 heftete sich Federer den zweiten Turniersieg seiner Laufbahn an den Gürtel: Er gewann das Turnier von Sydney. Im Anschluss schied er beiden Australian Open jedoch im Achtelfinale aus, was ihn damals sehr enttäuschte. Im März 2002 erreichte er sein erstes Finale der Masters-Serie: In Miami konnte ihn erst Andre Agassi in vier Sätzen stoppen. Doch nur wenige Wochen später konnte Federer diese Scharte auswetzen: Beim Masters-Turnier von Hamburg drang Federer wieder ins Finale vor, bezwang dort den Russen Marat Safin und rückte damit in der ATP Champions Race sogar auf Platz 2 vor.
Leider konnte er das vorgelegte Tempo nicht halten: Nacheinander schied Roger Federer bei den Grand-Slam Turnieren von Paris und Wimbledon jeweils in der ersten Runde aus - in Paris gegen Hicham Arazi und auf dem heilgen Rasen von London gegen Mario Ancic.

Inzwischen hatte sich Federer weltweit einen Namen gemacht und nicht wenige trauten dem Schweizer zu, in Kürze die Nummer eins im Welttennis zu werden. Doch Federers augenscheinliche Schwäche in Grand-Slams stand dem noch im Wege - Ende 2002 schied Federer erneut früh bei einem Turnier dieser Kategorie aus: Im Achtelfinale war Endstation. Dennoch qualifizierte er sich für den Tennis Masters Cup, gewann seine Vorgruppe "zu Null" und unterlag erst im Halbfinale nach hartem Kampf im dritten Satz mit 5:7 gegen den damaligen Weltranglistenersten, Lleyton Hewitt. Damit schloss Federer die Saison auf dem 6. Platz der Weltrangliste ab.

Neue Saison, neues Ziel: Für 2003 gab Federers Trainer Lundgren die Top 4 als Marschrichtung aus. Darüber hinaus wollte Roger endlich einmal ein Grand-Slam Turnier für sich entscheiden.
Die erste Chance dazu nutzte er nicht - bei den Australian Open unterlag er dem Argentinier Nalbandian in 5 Sätzen. Und auch der zweite Anlauf scheiterte, sogar noch kläglicher: In Roland Garros schied der Schweizer gegen Luis Horna wieder schon in der ersten Runde aus. Verständlich, dass sich Federer hierfür den Spott der Presse auf sich zog. Man meinte, Federers mentale Schwäche als Ursache für seine schlechten Grand-Slam Resultate ausgemacht zu haben.

Vor dem Turnier von Wimbledon wurde Federer dennoch auf Platz 3 der Setzliste geführt. Und endlich platzte der Knoten: Er drang größtenteils mühelos bis ins Halbfinale vor und traf dort auf Andy Roddick, den er in drei Sätzen vom Platz fegte und dabei regelrecht vorführte - gerade einmal 12 "unforced errors" unterliefen dem Schweizer, bei gleichzeitig 61 geschlagenen "Winnern".
Im Finale wartete der Australier Mark Philippoussis, doch auch er konnte den Federer-Express nicht stoppen - zwei Tie-Breaks waren das Maximum, das der Australier an diesem Tag herausholen konnte, doch am Ende unterlag er glatt in drei Sätzen. Federer hatte sein erstes Grand-Slam-Turnier gewonnen und damit auch mit einem Schlag seine Kritiker zum Schweigen gebracht.

Nach dem Wimbledonsieg eröffneten sich Federer erstmals auch Möglichkeiten, die Nummer 1 der ATP-Weltrangliste zu werden, doch in den Wochen nach Wimbledon konnte er sie leider allesamt nicht nutzen. So unterlag er sowohl beim Turnier in Cincinnati als auch bei den US- Open David Nalbandian und in Kanada Andy Roddick jeweils im Halbfinale.

Aber beim Saisonabschluss, dem Masters Cup in Houston, schlug Federer noch einmal zu: Er gewann zunächst alle seine Gruppenspiele, dann das Halbfinale gegen Roddick und schließlich das Finale glatt in drei Sätzen gegen Andre Agassi. Federer durfte sich damit Weltmeister nennen und beendete die Saison hinter Andy Roddick auf Platz 2 der Weltrangliste. Trotz dieses sehr erfolgreichen Jahres erfolgte im Dezember die Trennung von seinem Coach Lundgren. Laut Federer hatte sich die Beziehung abgenutzt und er brauchte etwas Neues, um mehr erreichen zu können.